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Jagd & Rettungshunde

Hier finden Sie Geschichten und Wissenswertes über unsere Ridgebacks als Jagd- und Rettungshund

 Der Jäger denkt, aber der Rhodesian Ridgeback lenkt

Es war ein Freitag Abend im Januar 2002, als mich mein Jagdfreund Ewald anrief und mir mitteilte, dass am nächsten Morgen eine Nachsuche auf einen Überläufer anfalle. Ein Jagdgast hatte beim Nachtansitz bei Vollmond die Sau beschossen und ausgesagt, dass sie im Knall gelegen hätte. Als er aber dann nach der obligatorischen Zigarettenpause zum Anschuß ging, war dort zwar einiges an Schweiß zu sehen, aber keine Sau. Da Ewalds RR-Rüde Abu eine Laufverletzung hatte, bat er mich, die Nachsuche mit meiner RR-Hündin BoneyR Memory of the old red Hunter durchzufiihren.

Wir trafen uns Samstag Morgen um 08.00 Uhr im Revier und fuhren zu der Kanzel, von der das Stück Schwarzwild beschossen wurde. Der Anschuß war deutlich verbrochen und gut zu finden. Es lagen einige Schnitthaare und viel Schweiß am Anschuß, was aber nicht viel zu sagen hatte, denn im Schnee wirkt jedes Tröpfchen Schweiß ungemein. Nachdem wir auch nach genauester Suche keine weiteren Zeichen fanden, holte ich BoneyR aus dem Auto, legte ihr das Suchgeschirr an und dockte den Schweißriemen ab. Ich führte meine Hündin zum Anschuß, den sie sofort eifrig annahm um dann zielstrebig der Fährte der Sau zu folgen. Die Spur der Sau führte aus dem Stangenholz auf kürzestem Weg in einen Jungflechtenbestand und dort auf einen Wechsel, der sich im Schnee wie eine Autobahn durch den Bestand zog. Auf den nächsten ca. 300 Metern verwies sie mehrmals Schweiß. aber ich hatte das ungute Gefühl, dass dies' noch eine lange Suche werden könnte. Die Schweißtropfen, die mir meine Hündin verwies wurden auf den nächsten 600 - 700 m immer weniger und immer geringer.

Mitten in den Jungfichten stieß dann ein weiterer Wechsel im spitzen Winkel zu dem, auf

dem wir uns befanden und BoneyR begann an dieser Stelle zu bögeln um dann auf dem zweiten Wechsel in die Gegenrichtung zu gehen. Ich drehte mich etwas ratlos zu Ewald um, aber der zuckte mit den Schultern und sagte "Lass sie mal". Als aber nach ca. 300 m nicht der kleinste Tropfen Schweiß zu fmden war, trug ich die Hündin ab und ging mit ihr wieder zu der Schnittstelle der beiden Wechsel. Dort erneut angesetzt, lief sie sofort wieder mit tiefer Nase auf dem zweiten Wechsel zurück. Ich verlor langsam meinen Glauben an meine Hündin und sagte Ewald, es habe keinen Sinn mehr, die habe wohl nur noch eine warme Fährte im Kopf Ewald riet mir BoneyR gewähren zu lassen und einfach mal zu schauen, was sie da in der Nase hat. Nach ca. 400 m fiel ich aus allen Wolken, BoneyR verwies einen kleinen Schweißtropfen. Ich drehte mich zu Ewald um und der sagte leise aber sehr treffend "Blödmann!"

Nun folgten wir der Hündin ohne zu zögern und sie verwies uns die nächsten 2 Km noch etliche Schweißtropfen, den letzten leider kurz vor der Reviergrenze. Der Reviernachbar hatte in der Vergangenheit alle Versuche eine Nachsuchevereinbarung zu treffen abgelehnt, so dass wir lediglich die Stelle des Grenzübertritts der Sau markieren konnten, um dann den Nachbarn zu benachrichtigen. Eine Meldung über die eventuelle Erlegung des Stückes haben wir auch nie bekommen.

Auch wenn die Nachsuche nicht von endgültigem Erfolg gekrönt war, war ich doch sehr stolz auf meine Hündin, dass sie die ca. 4,5 Km lange Fährte so sicher gehalten hatte und sich auch von meinem fehlerhaften Verhalten nicht beirren ließ und werde ihr in Zukunft einfach mehr Vertrauen entgegenbringen.

Ulli Schnitzer